
Ein Tattoo tut am Oberarm außen, an der Schulter und am Unterarm außen etwa 3 von 10 weh, an Rippen, Brustbein, Ellenbeuge und Fuß 8 bis 9 von 10. Die Skala ist subjektiv, aber die Reihenfolge ist in Studios seit Jahrzehnten dieselbe: Wo Knochen und Nerven dicht unter dünner Haut liegen, schmerzt die Nadel, wo Muskel und Fett polstern, kratzt sie.
Die Skala
Die Werte folgen der Numerischen Rating-Skala von 0 bis 10, wie sie in der Schmerzmedizin genutzt wird: 1 ist ein Kratzen, 5 ist deutlich unangenehm, aber stundenlang aushaltbar, 8 verlangt Pausen alle 20 Minuten, 10 bricht die Sitzung ab. Die Zahlen unten sind Richtwerte aus Studioerfahrung, keine Messwerte. Die interaktive Fassung finden Sie in der Schmerz-Karte.
| Körperstelle | Schmerz | Warum | Empfohlene Sitzung |
|---|---|---|---|
| Rippen | 9 | Knochen, dünne Haut, Atembewegung | bis 2 Stunden |
| Brustbein | 8 | Knochen ohne Polster | bis 2 Stunden |
| Ellenbeuge, Innenarm | 7 bis 9 | Nerven und Gefäße dicht unter der Haut | bis 2 Stunden |
| Knöchel, Fuß | 8 | Sehnen, Knochen, kaum Fett | bis 2 Stunden |
| Hand, Finger | 8 | Knochen, viele Nervenenden | bis 1,5 Stunden |
| Kopf, Gesicht, Hals | 7 bis 8 | Dünne Haut, Schädel | bis 1,5 Stunden |
| Wirbelsäule, Knie, Schienbein | 7 bis 8 | Knochenkontakt | bis 2,5 Stunden |
| Hüfte, Bauch, Innenschenkel | 6 bis 7 | Weiches Gewebe oder Beckenknochen | bis 3 Stunden |
| Nacken, unterer Rücken | 6 | Wirbel, Bewegung | bis 3 Stunden |
| Brust (Muskel) | 5 | Muskel, zum Brustbein hin steigend | bis 3,5 Stunden |
| Wade, Schulterblatt | 4 | Muskel | bis 4 Stunden |
| Oberarm außen, Unterarm außen, Schulter, Oberschenkel außen, Gesäß | 3 | Muskel und Fett | bis 4 bis 5 Stunden |
Was den Schmerz verändert
Ausgeschlafen und satt sinkt der Wert um 1 bis 2 Punkte, das ist die wichtigste Stellschraube. Die Nadelkonfiguration ist die zweite: Der Liner mit 3 bis 9 Nadeln sticht spitz, der Shader mit 9 bis 25 Nadeln brennt flächig. Die Sitzungsdauer ist die dritte: Nach 2 bis 3 Stunden lässt das körpereigene Adrenalin nach, dann fühlt sich dieselbe Stelle doppelt so schlimm an. Wer eine große Fläche plant, bucht deshalb lieber drei Sitzungen zu 3 Stunden als eine zu 8.
Betäubungscremes
Cremes mit Lidocain betäuben die obersten 1 bis 3 Millimeter für 1 bis 2 Stunden. Sie verändern die Hautstruktur, die Haut wird gummiartig und nimmt Farbe schlechter an, und wenn die Wirkung mitten in der Sitzung nachlässt, ist der Kontrast brutal. Viele Studios lehnen sie deshalb ab oder stechen nur nach Absprache. Fragen Sie vorher, nicht am Tag der Sitzung.
Vor, während, danach
- Vorher: 7 bis 8 Stunden Schlaf, Mahlzeit 1 bis 2 Stunden vorher, 0,5 Liter Wasser, keine blutverdünnenden Schmerzmittel.
- Während: gleichmäßig atmen, nicht die Luft anhalten, alle 45 bis 60 Minuten 5 Minuten Pause, Traubenzucker bei Schwindel.
- Danach: Die Stelle fühlt sich 1 bis 3 Tage wie Sonnenbrand an. Kühlen mit trockener Kompresse, Paracetamol bei Bedarf.
Was das Bundesinstitut ergänzt
Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass Schmerz beim Tätowieren normal ist, anhaltende Schmerzen nach der Heilung aber nicht: Sie können auf eine Entzündung oder eine Reaktion auf Tinte hinweisen und gehören in ärztliche Hand. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz rät, vor der Sitzung Vorerkrankungen wie Diabetes, Gerinnungsstörungen und Hauterkrankungen offen anzusprechen.
Häufige Fragen
Welche Stelle tut am wenigsten weh?
Oberarm außen, Schulter, Unterarm außen, Oberschenkel außen und Gesäß, alle bei etwa 3 von 10.
Welche Stelle tut am meisten weh?
Rippen mit 9 von 10, dicht gefolgt von Brustbein, Ellenbeuge, Knöchel und Fingern mit 8.
Tut Farbe mehr weh als Schwarz?
Nicht die Farbe, sondern die Technik: Flächen und Farbfüllung werden mit breiteren Nadeln und mehr Durchgängen gestochen, das brennt länger als eine Kontur.
Hilft eine Betäubungscreme?
Oberflächlich für 1 bis 2 Stunden, mit Nachteilen für Haut und Ergebnis. Nur nach Absprache mit dem Studio.
Wie lange tut ein Tattoo nach der Sitzung weh?
1 bis 3 Tage wie ein Sonnenbrand, danach juckt es mehr, als dass es schmerzt.



