
Ein Cover-up funktioniert, wenn das neue Motiv 2- bis 3-mal so groß und deutlich dunkler ist als das alte, und wenn die alten Linien in der neuen Komposition Schatten und Struktur werden statt Störung. Bei dunklen, dichten Alt-Tattoos senken 2 bis 4 Lasersitzungen vorher den Aufwand um die Hälfte.
Was ein Cover-up kann und was nicht
Tinte ist nicht deckend wie Wandfarbe. Sie liegt in derselben Hautschicht wie die alte Tinte, und beide zusammen ergeben den sichtbaren Ton. Ein Cover-up verwandelt deshalb: Es macht aus alten Linien Schatten, aus alten Flächen Untergrund. Was hell und klein war, verschwindet leicht. Was schwarz, groß und dicht ist, braucht ein dunkleres, größeres Motiv oder eine Vorbehandlung mit Laser.
Die vier Regeln
- Größe: Das neue Motiv ist 2- bis 3-mal so groß wie das alte. Ein 5-Zentimeter-Name wird zu einer 12-Zentimeter-Blüte.
- Dunkelheit: Das neue Motiv ist an den Stellen des alten mindestens so dunkel wie dieses. Schwarz deckt Schwarz, Dunkelblau deckt Schwarz nach Laser, Rot deckt nur Rot und heller.
- Bewegung: Motive mit vielen Formen (Blüten, Federn, Wellen, Schuppen) verstecken alte Linien besser als geometrische Ruhe.
- Schwerpunkt: Die dunkelsten Teile des neuen Motivs liegen genau über den dunkelsten Teilen des alten. Ein guter Entwurf beginnt mit einem Foto des alten Tattoos unter Transparentpapier.
Welche Farben decken
| Altes Tattoo | Deckt gut | Deckt bedingt | Deckt nicht |
|---|---|---|---|
| Schwarz, verblasst (grau) | Schwarz, Dunkelblau, Dunkelviolett, Tiefgrün | Dunkelrot, Braun | Gelb, Orange, Pastell, Weiß |
| Schwarz, dicht | Schwarz (Blackwork) | Dunkelblau nach Laser | alle hellen Farben |
| Rot, Orange | Schwarz, Dunkelviolett, Dunkelbraun | Dunkelrot | Blau, Grün (ergibt Braun) |
| Blau, Grün | Schwarz, Dunkelblau, Tiefgrün | Violett | Rot, Gelb |
Laser vor dem Cover-up
Nicht jedes Alt-Tattoo muss ganz weg. 2 bis 4 Lasersitzungen im Abstand von 6 bis 8 Wochen hellen ein dichtes Schwarz so weit auf, dass das neue Motiv 30 bis 50 Prozent kleiner und heller ausfallen darf. Das ist in Deutschland seit 1. Januar 2021 Sache von Ärztinnen und Ärzten mit Fachkunde nach der NiSV, je Sitzung 100 bis 400 Euro nach Größe. Nach der letzten Sitzung vergehen 8 bis 12 Wochen, bis die Haut für das Cover-up bereit ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass beim Lasern Spaltprodukte der Pigmente entstehen können, weshalb eine ärztliche Aufklärung vorgeschrieben ist.
Was ein Cover-up kostet
Rechnen Sie mit 20 bis 50 Prozent Aufschlag gegenüber einem Neumotiv gleicher Größe: Der Entwurf dauert länger, die Sättigung braucht mehr Durchgänge, und oft ist eine zweite Sitzung nötig. Ein Cover-up von 12 bis 15 Zentimetern liegt damit bei 400 bis 900 Euro. Nicht jedes Studio macht Cover-ups; wer sie regelmäßig sticht, zeigt verheilte Vorher-Nachher-Bilder im Portfolio, nicht nur frische.
Drei Fehler, die das Alte durchscheinen lassen
Erstens: zu klein gedacht, weil man die Stelle nicht größer tätowiert haben will; das Ergebnis ist ein dunkler Fleck mit Rand. Zweitens: helle Wunschfarben über dunklem Alt-Tattoo; nach 6 Monaten kommt das Alte als Schatten zurück. Drittens: kein Nachstechen; gerade Cover-ups brauchen nach 8 Wochen eine zweite Sättigung an den Stellen, wo die alte Tinte am dichtesten war.
Häufige Fragen
Kann jedes Tattoo abgedeckt werden?
Fast jedes, aber nicht mit jedem Motiv. Dichte schwarze Flächen brauchen Blackwork oder Laser vorher, helle Wunschmotive scheiden über dunklen Alt-Tattoos aus.
Wie viel größer muss das neue Tattoo sein?
Mindestens doppelt so groß, besser das 2,5- bis 3-Fache. Nur so kann das Motiv das alte in Schatten und Struktur einbauen.
Muss ich vorher lasern lassen?
Nicht immer. Bei verblassten, hellen oder kleinen Alt-Tattoos reicht das Cover-up. Bei dichten, dunklen oder großen hilft Laser, 2 bis 4 Sitzungen genügen meist.
Was kostet ein Cover-up?
20 bis 50 Prozent mehr als ein Neumotiv gleicher Größe, etwa 400 bis 900 Euro für 12 bis 15 Zentimeter.
Kann man ein Cover-up nochmal abdecken?
Nur mit Blackwork oder nach mehreren Lasersitzungen. Deshalb lohnt es, das erste Cover-up mit einem erfahrenen Studio richtig zu planen.



