
Eine Tattoo-Entfernung mit Laser braucht 6 bis 12 Sitzungen im Abstand von 6 bis 8 Wochen, kostet je Sitzung 100 bis 400 Euro und ist in Deutschland seit 1. Januar 2021 nur Ärztinnen und Ärzten mit Fachkunde nach der NiSV erlaubt. Schwarz und Dunkelblau lassen sich am besten entfernen, Gelb, Weiß und Hautfarben kaum.
Wie der Laser arbeitet
Gütegeschaltete Laser (Q-switched) und Pikosekundenlaser geben Lichtpulse von Milliardstel- bis Billionstelsekunden ab. Die Pigmentpartikel in der Haut nehmen die Energie auf, zerplatzen in kleinere Bruchstücke, und das Immunsystem transportiert diese über Wochen ab. Jede Sitzung dauert 5 bis 30 Minuten, das Gefühl gleicht dem Schnalzen eines Gummibands. Danach ist die Haut 1 bis 2 Wochen gerötet und geschwollen, manchmal mit Blasen.
Die Rechtslage seit 2021
Die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung (NiSV) legt in Paragraf 5 fest, dass die Entfernung von Tätowierungen und Permanent Make-up mit Laser oder intensiven Lichtquellen approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Fachkunde vorbehalten ist. Seit 1. Januar 2021 ist das verbindlich, Kosmetik- und Tattoostudios dürfen nicht mehr lasern. Die Landesärztekammern regeln die Fachkunde, seit 2024 nur noch über anerkannte Fortbildungsstätten.
Was wie gut geht
| Farbe | Ansprechen | Sitzungen | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Schwarz, Dunkelblau | sehr gut | 6 bis 10 | nimmt alle Wellenlängen auf |
| Rot, Orange | gut | 6 bis 10 | braucht eine zweite Wellenlänge (532 nm) |
| Grün, Türkis | mittel | 10 bis 15 | oft Restschatten, Pikosekundenlaser hilft |
| Hellblau, Violett | mittel | 10 bis 15 | je heller, desto schwerer |
| Gelb, Weiß, Hautfarben | schlecht | oft nicht möglich | Weiß kann sich durch Laser dunkel verfärben |
Weitere Faktoren: Amateur-Tattoos mit wenig Tinte gehen schneller als Profi-Arbeiten mit dichter Sättigung. Alte Tattoos schneller als frische, Arme und Rumpf schneller als Hände und Füße, weil dort die Durchblutung höher ist. Helle Haut spricht besser an als dunkle, bei der das Risiko heller Flecken steigt.
Kosten und Dauer
Je Sitzung 100 bis 400 Euro nach Größe: eine Briefmarke ab 100 Euro, eine Handfläche 200 bis 300 Euro, ein Unterarm 300 bis 500 Euro. Bei 6 bis 12 Sitzungen ergeben sich 1.000 bis 3.000 Euro für ein handflächengroßes Motiv, bei großen Flächen deutlich mehr. Zwischen den Sitzungen liegen 6 bis 8 Wochen, die gesamte Behandlung dauert 1 bis 2 Jahre. Krankenkassen zahlen nicht, es sei denn, eine medizinische Notwendigkeit ist nachgewiesen.
Risiken
Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt, dass beim Lasern Spaltprodukte der Pigmente entstehen, deren Wirkung nicht für alle Farbstoffe geklärt ist; für einige Azopigmente sind krebserregende Bruchstücke nachgewiesen. Weitere Risiken sind Narben, helle oder dunkle Flecken, Blasen und Infektionen bei falscher Nachsorge. Eine ärztliche Aufklärung ist vorgeschrieben, ein Probeschuss auf einer kleinen Fläche ist bei farbigen Tattoos üblich.
Alternativen
Cover-up statt Entfernung: Wer ein neues Motiv möchte, braucht oft nur 2 bis 4 Lasersitzungen zum Aufhellen, dann übernimmt das Studio; Details in Cover-up. Kein Ersatz sind Cremes, Säuren, Fruchtsäure-Peelings und Dermabrasion: Sie erreichen die Pigmentschicht nicht oder hinterlassen Narben. YouGov zufolge bereut jeder siebte Tätowierte sein Tattoo, entfernen lassen es deutlich weniger, weil Aufwand und Kosten abschrecken.
Häufige Fragen
Wer darf in Deutschland Tattoos lasern?
Seit 1. Januar 2021 nur approbierte Ärztinnen und Ärzte mit Fachkunde nach NiSV. Kosmetik- und Tattoostudios dürfen es nicht mehr.
Wie viele Sitzungen braucht eine Tattoo-Entfernung?
6 bis 12 für Schwarz, 10 bis 15 für Grün und Hellblau, im Abstand von 6 bis 8 Wochen.
Was kostet die Entfernung?
100 bis 400 Euro je Sitzung, 1.000 bis 3.000 Euro gesamt für ein handflächengroßes Motiv. Keine Kassenleistung.
Verschwindet das Tattoo vollständig?
Bei Schwarz meist zu 90 bis 100 Prozent, bei Farben bleiben oft Restschatten. Gelb und Weiß lassen sich kaum entfernen.
Tut das Lasern weh?
Ja, ähnlich wie das Stechen, oft als Schnalzen beschrieben. Kühlung und Betäubungscreme sind in der Praxis üblich.



