Tattoopflege

Der Gang zum Tätowierer ist getan, die Sitzung beendet und der Spiegel wird sofort zum besten Freund. Da leuchtet es, das neue Tattoo. In seiner ganzen Pracht entfaltet es seine bittersüße Schönheit. Aber was ist das? Warum ist alles am Tattoo so rot? Richtig, es ist Blut, was dort aus dem neuen Tattoo-Motiv kommt.

Ein Tattoo wird ja, wie allgemein bekannt ist, unter die Haut gestochen. Genauer gesagt gibt es mehrere Hautschichten und ein Tattoo wird unter die dritte Hautschicht gestochen. Da ist es unumgänglich, dass auch ein klein wenig Blut fließt. Man kann sagen, dass ein nagelneu gestochenes Tattoo eine einzige Fleischwunde ist. Kunstvoll zwar, aber doch ist die Haut jetzt erst mal offen, stark gereizt und braucht eine Weile, abhängig von der Größe des Tattoos, bis es vollständig verheilt ist. Die Frage ist jetzt: Was tun?

 

In der Regel bekommt man eine komplette Beratung und genaue Anweisungen, an die man sich zu halten hat. Das macht der Tätowierer nicht, um einen zu ärgern, sondern, weil es ja auch im eigenen Interesse liegt, irreparable Schäden zu vermeiden. Gerade ein neu gestochenes Tattoo muss intensiv gepflegt werden, da die tätowierte Stelle sonst nicht richtig verheilen kann. Das wäre nicht nur für das Tattoo schlecht, dass dadurch nicht richtig einwachsen kann und man noch mal nachstechen muss, es können sich darüber hinaus auch schmerzhafte Entzündungen bilden, die eventuell ein ganzes Leben erhalten bleiben. Gerade für Tattoo Neulinge ist es wichtig, so viel wie möglich über die Tattoopflege zu wissen. Erfahrene Tattoo Fans werden das Meiste schon kennen, jedoch kann es nie schaden, sein Wissen nochmal aufzufrischen.

 

Das Wichtigste ist zunächst, mit dem Tätowierer darüber zu sprechen. Er wird in der Regel das Tattoo erst mal mit einer schützenden Klarsichtfolie versiegeln, damit kein Dreck von Außen auf das Tattoo einwirken kann. Bei einem großen Farbtattoo beispielsweise wird ein Salbenverband aus Ringelblumensalbe angelegt. Am nächsten Tag muss die Folie bzw. der Verband vorsichtig entfernt werden. Nun muss man das Tattoo vorsichtig per Hand (keine Lappen, Handtücher etc) mit einer parfümfreien Seife einreiben, um es zu reinigen. Danach schnappt man sich ein Papiertuch (Zewa Tuch oder Klopapier z.B.) und tupft (nicht reiben) das Tattoo behutsam trocken. Jetzt erkennt man, wie sich so langsam Wundschorf bildet. Diesen unter keinen Umständen entfernen, auch wenn es juckt. Das Tattoo könnte sonst beschädigt werden. Der Waschvorgang muss alle 2 – 3 Stunden wiederholt werden, solange noch Schorf zu sehen ist. Jedoch muss dieser relativ zügig von Statten gehen um das Tattoo nicht aufzuweichen. Das ist zwar nervig, jedoch sorgt diese Behandlung dafür, dass der Wundschorf dünn gehalten wird und das Tattoo schneller, besser und „farbintensiver“ abheilen kann. Ab dem dritten Tag muss man regelmäßig etwas Wundsalbe auf die Fingerspitzen bringen und es behutsam auf das Tattoo tupfen. Es empfiehlt sich dafür Ringelblumensalbe, Bepanthen oder Aloe Vera Hautcreme, vielleicht auch Vaseline.

 

Nach 5 – 7 Tagen sollte der Schorf komplett abgefallen sein. Nun hat sich eine neue Hautschicht gebildet, die jedoch immernoch sehr verletzlich ist.

 

Ganz wichtig sind die Dinge, die man unter keinen Umständen tun darf, bis das Tattoo verheilt ist:

 

  • Sport

  • Duschen oder Baden

  • Kratzen oder am Schorf Pulen

  • Auf dem Tattoo schlafen

  • Wolle oder scheuernde Sachen tragen

  • Intensive Sonnenbestrahlung

  • Dreck oder Staub an das Tattoo kommen lassen

Eine Tätowierung ist für die Ewigkeit und wenn man gut mit ihr umgeht, hat man nach der Pflege seine wahre Freude daran und kann es überall rumzeigen und hat darüber hinaus einen weiteren täglichen Begleiter an seiner Seite, nein, an seinem Körper!