Tattoopreise

Was kostet ein Tattoo? Diese Frage wird gerne, natürlich berechtigt, von Neulingen gestellt. Jedoch kann man diese nicht konkret beantworten. Ganz einfach deswegen, weil der Preis immer abhängig von Größe und Aufwendigkeit des Tattoos ist und von daher immer varriert. Die Frage „Was kostet ein Tattoo?“ ist daher eine zu allgemeine Frage und von einem Studio kaum zu beantworten.

 

In professionellen Tattoo Studios sind die Preise in der Regel höher, als in privaten Tattoo Studios. Das liegt daran, dass ein großes, professionelles Studio auf hygienische Standarts wie z.B. Sterilisator, Desinfektionsmittel, Latexhandschuhe und Einmal-Farbkäppchen angewiesen ist, da es regelmäßig vom Gesundheitsamt kontrolliert wird. In einigen privaten Tattoo Studios werden gerne mal auf solche Utensilien verzichtet. Desweiteren muss der professionelle Tattoo-Studiobesitzer seine Mitarbeiter und die Miete für seinen Standort bezahlen. Das sind alles Kostenfaktoren und somit steigt logischerweie auch der Preis für ein Tattoo automatisch mit. Ein weiterer Kostenfaktor sind die Arbeitsmaterialien, die abhängig von Größe oder Aufwand der Tätowierung eingesetzt werden müssen. Ein rein schwarzes Tribal am Oberarm benötigt weniger Aufwand und Zeit als ein mehrfarbiger Paradiesvogel, der den ganzen Rücken schmückt. Ein wichtiger Faktor ist ebenso die Zeit, die der Tätowierer für das ausgewählte Tattoo-Motiv benötigt. Klar, der eine Tätowierer ist schneller als der Andere und langsamer als der Nächste, aber wichtig ist die Exaktheit der Arbeit.

 

Bei großen Tattoos werden von vornherein feste Sitzungstermine und eventuell ein Festpreis vereinbart. Sollte das nicht der Fall sein, ist auch ein Stundenpreis möglich, der mit zunehmender Stundenzahl sinkt. Woran ein Tätowierer wirklich verdient, sind die vielen kleinen Tattoos. Ein wichtiger Punkt ist dann auch der Spaßfaktor. Das heisst: Ob der Tätowierer mit Spaß bei der Sache ist, oder ob er nur trocken sein Geschäft erledigt. Die Chemie zwischen dem Tätowierer und dem Kunden sollte ebenso stimmen, denn zum einen lässt man sich wohl kaum von jemandem tätowieren, den man nicht leiden kann und umgekehrt möchte man niemandem eine Nadel unter die Haut jagen, mit dem man persönliche Differenzen hat. Die Stimmung sollte während der Sitzung / den Sitzungen locker, ausgeglichen und freundschaftlich sein, schliesslich wird man die nächsten Stunden oder sogar die nächsten Tage lange miteinander zu tun haben und vorallem ein ganzes Leben lang eine Erinnerung daran.

 

Viele denken, dass der Preis abhängig von der „Kunst“ des Tattoos ist. Das stimmt nur bedingt. Wo der Preis aber nun wirklich auf diesen Faktor angewiesen ist, geht es um Portraitierungen berühmter oder verwandter Persönlichkeiten. Ein mancher Tätowierer macht den Preis auch von der Körperstelle abhängig, da es einige gibt, die relativ schwer zu erreichen sind.

 

Das Wichtigste ist jedoch das Vorgespräch, dass man mit dem Tätowierer vor der Sitzung / den Sitzungen führt, denn das klärt so gut wie alles ab. Der Rest ergibt sich dann während der Arbeit.

Wenn man ein großes Tattoo will, das nicht alltäglich ist und man Glück hat, trifft man auf einen Tätowierer, der lediglich den Materialpreis berechnet, weil er Spaß an dieser Herausforderung hat.

 

Es gibt allerdings eine einzige Möglichkeit, ein Tattoo im Studio kostenlos zu bekommen. Und zwar dann, wenn ein Lehrling es sticht. Man sollte sich jedoch vorher dessen bewusst sein, dass das Tattoo dann keineswegs einwandfrei werden wird. Natürlich werden vom erfahrenen Tätowierer einzelne Fehler nachkorrigiert, jedoch ist es wie gesagt dann nicht perfekt. Aber so verkehrt braucht das ja nicht mal zu sein, denn dadurch ist es zum Ersten ein absolutes Unikat und zum Zweiten:

Wer weiß, vielleicht wird dieser Lehrling ja später total berühmt und das Tattoo ist dann unbezahlbar geworden. So etwas ist schon oft vorgekommen, man kann ja nie wissen...